Nicht der Rede wert
Es ist zurück: Das Chaos- und Zerstörungsteam aus Miami. Die Bad Boys zerlegen mal wieder die Hälfte der Floridastadt. Dieses mal geht es gegen einen recht kranken Ecstacy-Dealer kubanischer Herkunft los. Dabei bleibt wie von Bay/Bruckheimer gewohnt kein Stein auf dem anderen oder besser gesagt kein Auto/Boot auf dem Trailer, dafür aber leider der Spass auf der Strecke. Es ist eben mal wieder das Kreuz: Wie kann man einen einigermassen gelungenen Streifen mit der Fortsetzung toppen? Eine Möglichkeit ist, von allem einfach mehr einzubauen. So geschehen in Bad Boys II. Resultat: Die Actionszenen zu durchschauen, dürfte wohl nur noch mit der DVD möglich sein (Standbild für Standbild). Eine andere wäre noch mehr derbe Witze einzubauen: Auch geschehen, nur variieren die leider von einigermassen gelungen bis absolut geschmacklos. Immer ein gutes Zugpferd heutzutage ist Gewalt. Die Massen schreien förmlich nach Blut. Sie vermissen wohl ihre barbarischen Wurzeln und wollen wenigstens im Kino einen Ausgleich für diesen Mißstand. Bad Boys II bietet wohl deshalb Gemetzel ohne Ende. Und das hier in England sogar ab 15. Heftig! Da wird fast jede perverse Phantasie ausgelebt. Nekromantik lässt genauso grüssen wie Starship Troopers. Anscheinend fanden es die Produzenten ganz lustig, mit Leichen um sich zu schmeissen. Irgendwie konnte ich diesen Humor nicht mit ihnen teilen. Dann wäre da noch die "Undercover"-Aktion der beiden Miami Cops auf Fidels Insel. Es ist sicher angebracht, dieses Regime zu kritisieren, seinen offensichtlichen Hass aber derart auszuleben, ist ziemlich eklig. Und dann noch mit einem Hummer durch eine Favela rasen ohne Rücksicht auf Verluste (ist ja "nur" ein Drogennest) setzt der Geschmacklosigkeit die Krone auf. Nach dem Hit "Pirates of the Caribbean" ist dieses Machwerk aus dem Hause Bruckheimer ein krasser Rohrkrepierer, den man sich nicht zu geben braucht.
skaifyomonul - 8. Okt, 11:26